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Gast_101 04.09.2014 12:23

Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Mich würde Eure Einschätzung der aktuellen Entwicklung innerhalb der Whiskybranche interessieren. Da ist ja einiges in Bewegung. NAS-Abfüllungen werden zu Mondpreisen angeboten, beliebte AS-Abfüllungen verschwinden in der Versenkung. Bei manchen Brennereien kann ich nur hoffen, dass genug Fässer zurückbleiben, damit man immer noch AS-Abfüllungen mit angemessenem Alter hinbekommt. Wie seht ihr das?

Gruß
Christian

Klausi 04.09.2014 12:27

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Das schlimmste an der Sache ist ja; es ist aktuell noch nicht mal so schlimm wie es wohl demnächst wird.

Ein großer Markt (Indien) wird demnächst von der extremen Steuer befreit und dann sieht die Nachfrage gleich ganz anders aus.

Ich hoffe nur das ich mich auf die richtigen Firmen eingeschossen habe, so das ich auch in einigen Jahren noch einen guten Tropfen bekomme ohne dafür absurde Preise bezahlen zu müssen.

Es gibt aber eine Grenze bis zu der der Genuss den Preis überwiegt, ab einem gewissen Level ist dies aber nicht mehr gegeben.

Nira 04.09.2014 12:35

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
schwer zu sagen....irgendwann wird die Whiskyblase platzen....die "Investoren" werden sich anderen Produkten widmen und ich hoffe es wird wieder bezahlbare und qualitativ hochwertige Abfüllungen geben.

Im Moment wird m.M.n. viel zu viel auf die Flasche gezogen, was besser in irgendeinen Blend geflossen wäre.

Ich habe schon länger nicht mehr so viel Spaß an Whiskyexperimenten....und greife immer mehr zu altbewährten Standarts....bzw. gebe auch mal Rum eine Chance....

Wie sich die NAS Produkte durchsetzen wird sich zeigen....ich fand den Laphroaig gar nicht schlecht....gefiel mir besser als der Tripple Cask...wenn es vom Markt angenommen wird....werden wir wohl noch mehr NAS Abfüllungen bekommen....aber wenn sie schmecken...warum nicht!

Gast_101 04.09.2014 12:35

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Ja, wie man hört hat auch die DIAGEO tolle Pläne in der Schublade. Ich denke, AS-Abfüllungen werden demnächst empfindlich teurer. Wie gesagt habe ich für den Port Charlotte heavily peated 10 Jahre beim selben Händler nach nur einem halben Jahr satte 20,00 Euro mehr bezahlt. Bei Highland Park kann man zurzeit auch schön beobachten, wie mit NAS-Abfüllungen viel Geld zu verdienen ist. Hat sicher auch seine Berechtigung. Nur ist mir die Warrior-Serie, der Dark Origins (80 Euro!) oder die Asen-Serie (Thor, Freya, Loki etc.) für das, was mutmaßlich drin ist, einfach zu teuer. Edit: Der Quartercask von Laphroig hat mir allerdings sehr gut gefallen. Und auch den Legacy von Tomatin finde ich für einen NAS ausgesprochen toll, da er mal völlig andere Aromen auf die Papillen abschießt, ohne eine metallische Jugend aufzuweisen. Beide gibt es aber auch zu einem annehmbaren Preis. Also, ich möchte NAS nicht in Bausch und Bogen verteufeln.

Nira 04.09.2014 12:40

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Die "Sonderabfüllungen" sind nunmal limitiert und sprechen Sammler und das "HabenwollenGen" an....

das war mit den Committee Abfüllungen von Ardbeg ganz extrem....war sogar bis auf den Corry das gleiche drin wie in den Standart bottlings...die Committees wurden aber zum 3-4 fachen Kurs gehandelt....und nur weil die Flasche ein anderes Label hatte....

das sehe ich nicht so wild....allerdings das immer mehr Fassstärken verschwinden oder nur begrenzt verfügbar sind...schon eher!

Gast_101 04.09.2014 12:49

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Das meinte ich, ich denke für Sammler haben die Sonderabfüllungen durchaus ihre Berechtigung. Habe gerade für meinen Schwager, der alles von Ardbeg haben muss bei meinem LD eine Flasche vom Auriverdes für 99 Euro geschossen. Ich erfreue mich da lieber am Uigeadail. Zwar habe ich mir auch mal mit Elloco eine Flasche Ardbog geteilt (Flaschenteilung, nicht ausgesoffen :lol:), nur finde ich den Unterschied zum zuvor genannten nicht so unglaublich signifikant, dass ich mir den Hals für eine Pulle brechen würde.

Klausi 04.09.2014 13:54

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Ich mag den Glenfarclas sehr gerne, ich finde ihn super lecker und durchaus wirklich preiswert, doch leider muss man scheinbar auch auf den Zug aufspringen.

Ich bin in dem Bezug vielleicht auch ein wenig zu romantisch, ich mag es wenn ich auf die Flasche schaue und eine 25 lese, eine 30, eine 40 und mich erinnere was damals gerade aktuell war, was in Mode war und was nicht.

Klar können Abfüllungen ohne Altersangabe auch lecker sein, aber für mich hat guter Whisky etwas von Entschleunigung, wie eine Zigarre: es braucht halt seine Zeit bis er so ist wie er sein soll.

Ein Stück Lebensgefühl für den Moment in dem man völlig woanders ist und den man bis zum letzten Schluck/Zug auskostet.

Gast_101 04.09.2014 14:04

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Kann ich absolut nachvollziehen. Bei Glen Farclas gibt es ja auch schöne alte Abfüllungen zu einem fairen Preis. Ebenso bei Glendronach.

Robinson 04.09.2014 16:29

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Ich erwische mich in letzter Zeit immer mehr dabei, meine Bar lieber mit Gin, Rye & Bourbon zu bestücken. Die Entwicklung beim Single Malt geht in eine Richting, die ich nicht mehr zu unterstützen bereit bin.
Von Ardbeg z.B. werde ich mir noch eine Flasche Corryvreckan holen, der Rest, vor allem dieser jährliche Wahnsinn mit den Sonderabfüllungen, kann mir gestohlen bleiben.
Ähnliches beim Port Charlotte HP; ein meiner Meinung nach gigantischer SM zum unschlagbaren Preis von knapp 40€. Wird nun zugunsten von NAS-Abfüllungen eingestellt. Die paar Flaschen, die es überhaupt noch auf den Markt geschafft haben, werden zu Mondpreisen gehandelt und sind qualitativ schon zurückgefallen (wage ich lediglich anhand der deutlich helleren Farbe zu behaupten, ohne ihn bisher geöffnet zu haben).

Diese Beispiele lassen sich wohl auf so ziemlich jede Destille übertragen.
Das soll mitmachen wer will, ich nicht.
Daher rückt die Bedeutung von Single Malt bei mir immer mehr in den Hintergrund.

Atlas 04.09.2014 17:41

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Ich habe grundsätzlich nichts gegen NAS WHiskies (oder Rums, Cognacs, you name it) solange, und da wirds bei Whisky wohl wirklich langsam kritisch, diese ihren Preis vollauf wert sind.
Der genannte PC HP 10 zB (oder auch der Laddie 10) waren ausgesprochen gute Whiskies ihrer jeweiligen AUsrichtung, die zeigten dass Laddie "wieder volld a war".
Und nun werden sie zugunsten von NAS mit deutlich schlechterer QUalität (Scottish Barley) abgeschafft.
Besonders um den, ob heller oder nicht, echt tollen HP 10y tut es mir extrem Leid....

Da ich bisher "Glück" damit ahtte dass meine 5 "bevorzugten Marken" :rolleyes: nicht zu den MondpreisNASSern" gehören mag entschuldigen dass ich NOCH nicht generell woanders nach meinem Spirituellen Genuss (^^) suche, aber auch ich hoffe dass die BLase wenn schon nicht platzt so zumindest einw enig Luft ablässt.

Hard Boiled 05.09.2014 15:54

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Entschuldigt bitte die Nachfrage, ich finde eure Unterhaltung interessant aber da ich kein Plan von der Materie habe würde mich interessieren für was "NAS" steht.

Lg

Mulp 05.09.2014 15:59

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
No
Age
Statement

;)

Glenevil 10.09.2014 07:37

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Moinsen!

Ich komme seit Jahren aus dem Kopfschütteln eh nicht mehr raus. Wenn ich sehe, was die Leute heutzutage noch bereit sind, an Kohle für durchschnittlichen Malt auf den Tisch zu legen, dann denke ich mir "jeder, wie er es verdient", bzw. danke dem Schicksal der früheren Geburt :D
Das unter Berücksichtigung der steigenden Absatzzahlen und der Faßverknappung (gerade im Sherry-Bereich) die großen Konzerne alles raushauen, was grade noch so verträglich ist, nennt man Gewinnoptimierung und wird durch ein cleveres Marketing gepusht. Die alten und "aufgeklärten" Märkte fangen mittlerweile an zu jammern und sprechen gerne vom Platzen der Blase ... solange aber weltweit andere Märkte hinzukommen wie Rußland, Asien und bald Indien, solange geht der Preis nur in die eine und die Gesamtqualität in die andere Richtung. Wir Europäer sind dabei aus Konzernsicht eh nur noch ein zweitrangiger Markt, der traditionell beliefert ... und jetzt auch noch wegen der Preisentwicklung zum unzufriedenen Kunden wird ... :rolleyes:
Ich kaufe seit einiger Zeit nur noch Trinkwhiskys, von deren Qualität ich mich vorher überzeugen konnte, bzw. wo das Preis-Leistungsverhältnis noch immer gut ist und ich bereit bin, ein kleines Risiko einzugehen, zB von Signatory und ADR. Die Zeiten, in denen man sich mal ne schöne alte Flasche PE, Brora, Banff, Glen Mhor, St. Magdalene oder Dallas Dhu gönnen konnte, ohne gleich in den finanziellen Ruin zu rutschen, sind eh vorbei.
Achja und man glaubt es kaum, andere Mütter haben auch schöne Töchter und so probiert man sich auch mal durch Malternatives wie Rum, Armagnac, Brandy, Tequilla, etc. ... ist auch ne sensorisch spannende Angelegenheit!
Und um die Frage zu beantworten: Mit Whisky geht es weiter, aber guten Single Malt werden sich immer weniger Leute leisten können/wollen, den der definiert sich immer noch über die Qualität des Destillates, des Fasses und der (Dauer der) Lagerung und nicht über Marketing und künstliche Limitierung von batches.

CigarBreak 10.09.2014 09:20

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Wenn man alte Blends trinkt die ja nicht in der Flasche "reifen" ist dasIm Vergeich zu vor 40 jahren ist das sowieso alles nur ein Schatten seiner selbst.


aber wen pfeifts trinkt man halt Brandy...

Paffer 10.09.2014 10:28

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Verfolge diesen Trend schon einige Zeit, und habe auch schon mit einigen über dieses Thema gesprochen.

Es wird immer extremer mit den Prozenten mit dem rauchigen Aroma das man fast nichts mehr schmeckt, man könnte fast meinen man will etwas verstecken. Da wird geblendet und zusammen gekippt was das Zeug hergibt und dann noch als etwas spezielles angpriesen und verkauft.

Wenn man bedenkt wie viel Scotch Whisky getrunken wird und wieviel limitiere und einzelfass Abfüllungen es gibt dann fragt man sich ja schon wie gross müssen diese Lager den sein.

Beim Johnny Walker Blue Label gab es mal diese Story das sie irgendwo in einem Keller der auch irgendwo war, zig vergessene Fässer mit uraltem Whisky gefunden hätten und daraus den Blue Label. Wieviele solche Fässer waren das oder sind es die sind doch irgendwan verbraucht oder? Das müsste ja ein gigantisches Lager gewesen sein.

Ich bin da in letzter Zeit etwas kritisch dazu eingestellt.

Robinson 10.09.2014 11:27

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Vergessene Lager oder Fässer usw. sind doch nur Marketinggeschwafel (ich muss es wissen, Marketing war eines meiner Hauptfächer... ;)).
Der Blue Label ist übrigens mit einer der am meisten überschätzen Whiskys, die ich je probiert habe. Beinahe jeder 50€ Single Malt bietet mehr Tiefe und Komplexität als dieses Zeug.
Ein Paradebeispiel für ein Produkt, dessen Preis sich zu 80% aus Mythos, Image und Verpackung zusammensetzt.

SimonB 10.09.2014 11:49

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Nunja, die Lager sind riesig: Klick zu Google-Maps
Von der Romatik, dass alles bei den Destillen gelagert wird, muss man sich verabschieden.
Der Altersbereich 10-15 Jahre ist relativ gut ausgedünnt, deshalb gibts eben mehr NAS-Abfüllungen, weil man anders gar nicht die Nachfrage decken könnte. Deshalb gibts bei Johnnie Walker ja jetzt auch Double Black statt 12yo Black und Gold Reserve statt 18yo Gold und Platinum statt 15yo Green-Label (soll nicht heißen, dass das die direkten Nachfolger sind, der Platinum hat mit dem Green nichts zu tun, aber das Alter ist eben verschwunden).


Die Einführung der NAS Abfüllungen ist ja keine bewusste Böswilligkeit der Hersteller/Bottler. Nur schlimmer als eine NAS-Abfüllung ist, wenn man nicht für Nachschub sorgen kann. Dann wird man nämlich ganz schnell seine Großabnehmer los, wenn diese bereits zum x-ten Mal nichts von der Palette abbekommen haben. Also muss man mehr auf den Markt schmeißen und von den 10-15yo hat man eben nicht mehr, also müssen NAS-Abfüllungen her. Alternativ werden die wenigen Flaschen, die auf den Markt kommen von irgendwelchen Deppen bei ebay verscheuert und die Gewinne landen bei Spekulanten anstatt bei den Herstellern. : thumbdown:

Als interessierter Genießer gibt es aber noch mehr als genug auf dem Markt, der auch Preis-Leistungs-technisch anständig ist.
Es gibt genügend kleine UAs, die an sehr leckere Fässer von eher unbekannten Destillen kommen und von so ziemlich jeder neuen Destille kann man sich Fässer (-Anteile) für die Zukunft kaufen. Zudem laufen sehr viele Brennereien am Anschlag und füllen die Lager wie wild und es wird ausgebaut, was das Zeug hält. Unbekannte Destillen sind in der Lage Single-Malt heraus zu bringen, den sie vorher niemals rentabel verscherbeln konnten...
Ich bleibe zuversichtlich für die Zukunft.

Das der Whisky von heute ein Schatten seiner Selbst von vor 40 Jahren ist, halte ich für groben Unfug. Es gibt natürlich Traumstoff aus der Zeit, in der man noch 20 Jährigen in einen Blend verklappt hat, der kein Alter getragen hat, weil keiner bereit war einen 20yo Single Malt zu kaufen - Korn macht ja auch betrunken - aber das diese alle um Welten besser waren als die von heute stimmt nicht.

Jede Generation muss doch immer wieder aufs neue feststellen, dass früher alles besser war, sie aber alles besser machen als die Elterngeneration, es viel schwerer hatten als ihre Kinder und die Jugend von heute sowieso verkommen ist. *gääähn*

Glenevil 10.09.2014 13:38

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Zitat:

Zitat von SimonB (Beitrag 307376)
Nunja, die Lager sind riesig: Klick zu Google-Maps
Von der Romatik, dass alles bei den Destillen gelagert wird, muss man sich verabschieden.

Hmmm, das ist bei der Grain-Destille Cambus und da wird natürlich Grain-Whisky für mind. 3 Jahre gelagert. Woher hast du denn deine Information, dass DIAGEO dort auch Malt-Whisky lagert?

SimonB 10.09.2014 18:09

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
- doppel Post -

entschuldigung, irgendwie hängt das Forum bei mir enorm :confused:

SimonB 10.09.2014 18:10

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Nun Cambus ist schon seit 1993 geschlossen und sogar Wikipedia gibt an, dass die Destille nur noch zum Fässer befüllen und Lagern genutzt wird. Nun, was wird dort befüllt, wenn doch nichts mehr dort produziert wird?

Ein bisschen Mathematik lässt einen zusätzlich stutzig werden.
Mit Maßstab und grobe Abschätzung in Googlemaps würde ich das Brennereigelände von Lagavulin auf etwa 1ha=10000qm (inkl. Brennerei und Lagerhallen) schätzen.
Das Geländer von Talisker sieht auch nicht viel größer aus.

Mit einem Produktionsvolumen von (über) 2.000.000l/Jahr müssten beide Gelände bereits nach einem Jahr 2m unter "Wasser" stehen. Sprich nach 3 Jahren steht die Suppe schon 6m hoch und das unter der Annahme, dass die Gesamte Grundfläche der Boden eines Kubischen Gefäßes wäre.

Da sowohl Talisker als auch Lagavulin zumindest offiziell nicht an UAs verkaufen, kann man davon ausgehen, dass Abfüllungen wie der Talisker 10 oder der Lagavulin 16 schon lange nicht mehr bei der Brennerei gelagert werden.

Natürlich hängt das niemand freiwillig an die große Glocke, denn dann wäre ja das ganze Marketing von wegen - Vom Meer geformter Whisky - für die Katz.

Schaut man sich stattdessen ein "Familienunternehmen" wie Glenfiddich bei Google-Maps an, so bemerkt man, dass die Lagerfläche enorm viel größer ist, das Produktionsvolumen aber nur 4-5x größer.

vonDoderer 10.09.2014 19:50

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Zitat:

Zitat von SimonB (Beitrag 307445)
Ein bisschen Mathematik lässt einen zusätzlich stutzig werden.
... etwa 1ha=10000qm ...
...Produktionsvolumen von (über) 2.000.000l/Jahr ...nach einem Jahr 2m unter "Wasser" stehen.

Nö, 20cm.

SimonB 10.09.2014 21:31

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Jop, da ist mir eine Zehner-Potenz durch die Lappen gegangen. Und das erklärt auch, warum ich mich vorhin gewundert habe, warum ich bei der Letzten Berechnung so viel länger hochgerechnet hab, bis es wirklich eindeutig war.

Also Lagavulin bringt jedes Jahr gleich viel 16yo raus, also müssen sie auch ca. 16x die Jahresproduktion einlagern. Die paar älteren Abfüllungen relativieren sich mit den paar Jüngeren. Außerdem ist natürlich nicht ansatzweise die ganze Fläche Lagerhaus, sondern vielleicht gut die Hälfte.

also halbe Fläche macht 40cm im Jahr * 16 Produktionsjahre, bis der Whisky soweit ist macht 6,40m

Umgerechnet auf die Tatsächliche Lagerfläche und unter Berücksichtigung, dass ein Whiskyfass natürlich mehr Raum braucht sollte es immer noch mehr als Eindeutig sein.

Klausi 11.09.2014 01:09

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Über eventuelle Exportzölle zu diskutieren wäre wohl etwas verfrüht.

Schaut man einfach mal bei dem richtig alten Zeug rein (40+), dann sieht man das es außer den privaten Brennereien und den unabhängigen Abfüllern nichts auf dem Markt gibt.

Das heute die 10-15 jährigen Fehlen sieht man sehr gut an der Geschichte von Ben Riach, die damals von Pernod Ricard um die 2000er rum erst auf ein 1/4 der Produktion gedrosselt und dann stillgelegt wurden.

Das dies dann 10-15 Jahre später dazu führt das ausgerechnet in dem Bereich eine Lücke entsteht ist trivial.

Der günstigste "Inhouse-Fill" also von der Brennerei abgefüllte und somit keiner aus der Sammlung der Unabhängigen ist der Glenfarclas 40J mit stolzen 348€ im VK. Bei 40 Jahren und 1-2% Verdunstung pro Jahr fast schon ein Schnäppchen.

Die alten Reste der Großkonzern Brennereien werden wohl oder übel in die NAS abfließen um den passenden Geschmack zu generieren, ich bin da sehr gespannt wie sich das in 5 oder 10 Jahren entwickelt, besonders wenn neue Märkte erschlossen werden. Irgendwann wird man nämlich mit dem jungen Zeug alles alte verdünnt haben und dann steht man ziemlich doof da. Daran das die Lagerhaltung wieder ausgebaut werden wird und man in 10 Jahren auch guten 10 Jährigen im Angebot hat; das sehe ich bei so mancher Brennerei nicht.

Den privaten will ich eigentlich nur dazu raten anstatt die NAS-Absätze zu forcieren lieber an der Preisschraube zu drehen.

Wenn es einen guten Whisky mit einem gewissen Alter unter einem Preis X nicht gibt; dann ist das halt so. Deshalb aber NAS in diese Lücke zu schießen; ich weiß nicht so recht.

Ich bin vielleicht aber auch nicht sensibel genug bei den Kosten, da für mich ein guter Whisky wie auch Rum, Wein und Zigarren einfach ein Luxusgut ist, das durch seine Qualität bestimmt werden sollte nicht durch die Marke oder das Image.

Glenevil 11.09.2014 07:05

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Da hast du einige interessante Aspekte genannt. Ich kann nur nicht glauben, dass solche Profis keine Konzepte für die Zukunft haben. Sh. Ardbeg, die haben ne richtige Show aus der Lancierung ihres neuen 10ers gemacht. Und auch wenn ich mich nur dumpf an die letzten Zahlen erinnere, ist es doch noch immer so, das nur ein kleiner Bruchteil der Whiskyproduktion als Single-Malt abgefüllt wird. Die ganz große Kohle wird immer noch mit den Blends gemacht.
Letztendlich sind wir doch nur willfähriges Konsumvieh, das blökend jedem Bauern nachrend, der uns erzählt, das der Sack Futter, den er grade aufmacht, der beste ist und so nie wieder kommen wird ... ;) (Limitierung scheint irgendwie das magische Wort zu sein, was in vielen den Jäger- und Sammler-Urinstinkt auslöst, sh. auch ELs, ERs, etc.).
Und da wird denen schon was einfallen, auch in XX Jahren, soviel ist mal sicher :thumbsup:

In diesem Sinne sollte man sich und sein Kaufverhalten vielleicht hin- und wieder mal kritisch hinterfragen (das Trinkverhalten sowieso ...;)). Aber natürlich nur diejenigen, die für Manipulationen anfällig sind ... und das ist hier in diesem Forum ja niemand ... :D

Picanha 11.09.2014 08:29

AW: Wie geht´s mit Whisky weiter?
 
Zitat:

Zitat von Glenevil (Beitrag 307526)
... und das ist hier in diesem Forum ja niemand ... :D

...ausser alle hier!

Bekäme Schottland dann nach der Unabhängigkeit auch den EURO?


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