Zigarrenforum - Das Forum des guten Geschmacks
Alt 24.02.2011, 16:13   #1
yzx
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Beitrag Kubanische Straßenware ... (Teil 1)

Ebenfalls wiedergefunden habe ich den Bericht über die jeweiligen Einkäufe, überwiegend mit kurzen Beschreibungen zu Geschmack und Verarbeitung der Stumpen. Den Rest sagen die Bilder:

"Bevor ich anfange zunächst einmal eine Warnung: Alle nachfolgenden Kisten sind definitiv Nachbauten. Drin sind natürlich in hervorragender handwerklicher Arbeit aus erstklassigen Tabaken gefertigte Zigarren, aber auch die könn(t)en, müssen aber keineswegs dem Original entsprechen. Da es in jedem Fall echte kubanische Zigarren sind (!), stelle ich sie mal in die Rubrik Kuba, verzichte aber auf ein Splitting nach Herstelleraufdruck.

Als erstes mal eine Kiste Esplendidos Holguineros. Die zeichnen sich durch die wirklich erstklassige Verarbeitung und den hervorragenden Brand und natürlich durch den "etwas würzigeren" Geschmack aus, der allerdings einigermaßen weit vom Geschmack originaler Esplendidos entfernt ist.




Leider die einzige aller nachfolgend vorgestellten Zigarren, deren Rauch meine Frau nicht so gerne riecht. Die Kiste ist hier übrigens aufgefüllt mit einigen der superleckeren, hervorragend verarbeiteten Robustos der ersten von mir gekauften Charge. Normalerweise sind diese Pakete zu 24 oder 25 Zigarren in Folie eingepackt im Handel. Drumrum ein Bändchen mit der Aufschrift "Perro - hecho en Cuba". Bei dieser ersten besonders gut verarbeiteten Charge war das allerdings nicht der Fall; die gab's nur in der typischen kubanischen Plastiktüte. Grundsätzlich erstmal ein Zeichen für Ware aus der Originalfabrik, auch wenn's der Händler bestritten hat.

Mehr zu den Perros dann aber später. Jetzt erstmal zu meiner Bestellung aus Juni oder Juli d.J.. Das waren wie gesagt jeweils 25er Kisten Montecristo "A", Romeo y Julieta Double Coronas und Churchills sowie Cohiba Double Coronas. Dazu ein Cabinet Cohiba Siglo VI.



Im Einzelnen:

Montecristo "A":





Eine Wahnsinnszigarre und ich habe am Probeexemplar fast zwei Stunden geraucht. Kaltzug toll, erstaunlich leicht anzufeuern und ob der Länge auch von Anfang an gut im Zug. Kein Tunnelbrand und kaum Schiefbrand. Sehr erfreut war ich ebf. darüber, dass diese Gran Corona tatsächlich über die gesamte Länge wie eine Montecristo schmeckt. Am Anfang etwas milder und dann zunehmend mit mehr Dampf, aber ohne selbst auf den letzten drei Zentimetern unangenehm zu werden. Ob die Zigarren original sind, kann ich natürlich nicht sagen. Aber viel besser können die Originale auch nicht sein. Wird meine Weihnachtszigarre werden. ...

Cohiba Double Corona:





Im Handel nur als Edicion Limitada 2003 zu haben gewesen. Ob die hier tatsächlich aus dieser Reihe stammen sei dahingestellt. Zwei haben wir uns in der Küche zum Zweiliterfläschchen Bariay (hmmm ... lecker ...) vorgenommen. Eine mit etwas Neigung zum Schiefbrand. Beide mit schönem Kaltzug und recht gut anzufeuern. Abbrand und Zug sonst auch einwandfrei. Geschmacklich schon ein bischen Donnerwetter. Voller Rauch, nicht zuu mild und voller recht intensiver Aromen. Dennoch blieb die Zigarre rauchbar bis zum Schluß, ohne bitter zu werden oder zu sehr in den Kopf zu steigen.

Cohiba Siglo VI:





Siglo VI wie aus'm Laden, sogar mit Schleifchen. Hervorragend verarbeitete, leicht anzuzündende und gut abbrennende, insgesamt sehr angenehm zu rauchende Canonazos. Leckerer Kaltzug und mittelstarke Aromen, die sich über die gesamte Brenndauer etwas entwickeln, ohne selbst auf den letzten Zentimetern zu stark oder gar bitter zu werden. 25 weitere im Tubo sind bereits bestellt, um sie bei div. Gelegenheiten zu verschenken. Mal sehen ob das klappt.

Romeo y Julieta Double Corona:





Um das Jahr 2000 im Handel als Exhibicion No. 2. Laut www.cubancigarwebsite.com müsste zusätzlich eine Edicion Limitada Bauchbinde drum sein (sonst sind die Fotos 1:1 deckungsgleich). Ob diese Zigarren tatsächlich so lange gelagert haben darf angesichts der wenigen Kristallablagerungen auf dem Deckblatt trotzdem bezweifelt werden. Dennoch der wohl beste Zigarrenkauf dieses Urlaubs. Allerfeinster Tabak mit wunderschönen Deckblättern und absolut perfekter Verarbeitung. Wunderbarer Kaltzug, leicht anzufeuern, hervorragender Abbrand und dabei eine erstaunliche - meinen Gaumen fast schon überfordernde - Aromenvielfalt, die sich quasi bis zum letzten Zentimeter weiterentwickelt, ohne jemals unangenehm zu werden. Jeder, der eine dieser Zigarren rauchen durfte, wollte sofort die nächste.

Romeo y Julieta Churchills:





Die einzige Kiste, aus der bisher noch keine einzige Zigarre geraucht wurde. Aber alles sieht wunderbar verarbeitet aus und duftet auch wunderbar. Auffällig ist die doppelte Bauchbinde, die meine einige Jahre alten, defintiv originalen Churchills (genauso wie die Churchills im Casa de Habano) nicht tragen. Nach den Infos auf www.cubancigarwebsite.com ist das aber wohl korrekt, denn die sagen: "post c2008 - standard band B with special "Churchills" band.", und die Beweisfotos sehen dann tatsächlich auch deckungsgleich aus.

Mit dem bauchbindenfreien Churchill, den ich geraucht habe, war ich ja sehr zufrieden. Hervorragende Verarbeitung, leckerer Kaltzug, leicht anzufeuern, guter Abbrand und eine sehr angenehme Aromenvielfalt, die sich bis zum Schluss weiterentwickelt. Ob diese hier aus gleicher oder ähnlicher Charge stammen, kann ich im Moment allerdings nicht sagen. Aber ist natürlich nicht auszuschließen. Es dürfte jedoch nicht ganz das Feuerwerk der Double Coronas zu erwarten sein. Da muss ich vermutlich auf dem Teppich bleiben.

[... weiter in Teil 2 ...]
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Alt 24.02.2011, 16:14   #2
yzx
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Beitrag AW: Kubanische Straßenware ... (Teil 2)

[... Teil 2 ...]

Aber vor dem Teppich erstmal zurück zu den Robustos.

Von der zweiten Charge der Robustos (die natürlich in Folie und mit Bändchen) habe ich leider keine Fotos, außer die aus dem Humidor. Und natürlich die vom aufgeschnittenen Exemplar. Geschmacklich und in Bezug auf Zug und Brand kein bemerkbarer Unterschied zur (hervorragenden) ersten Charge, aber - wie gesagt - optisch im direkten Vergleich dann doch etwas schlechter verarbeitet.

Von den weiteren Gebinden gibt's aber Bilder. Da wären also erstmal die Romeo y Julieta Short Coronas:





Laut www.cubancigarwebsite.com im Jahr 2008 mit etwa diesen Maßen und optisch praktisch nicht zu unterscheiden tatsächlich im Handel. Die Short Churchill Bauchbinde fehlt hier aber natürlich genauso wie der Tubo. Die Zigarren wurden uns wegen dem völlig anderen Geschmack zum proberauchen angeboten und das hat auch tatsächlich überzeugt: Von Anfang bis Ende sehr mild, aber trotzdem sehr aromatisch, um nicht zu sagen würzig. Eine wunderschöne Zigarre, natürlich auch diesmal mit hervorragendem Kaltzug und Abbrand.

Dazu haben sich dann ob des unschlagbaren Preises und dem Hinweis, dass ich die beiden Tabaksorten unbedingt probieren müsse, später nochmal zwei weitere Bündel im Robusto-Format gesellt. Erstmal dieses mit Cohiba Bauchbinden:






Hier mal ein Robusto mit ganz anderem Geschmack als die Bisherigen. Deutlich milder und - ich will mal sagen - erfrischender. Verarbeitung wie gehabt hervorragend. Kaltzug angenehm, leicht anzubrennen und mit sauberem Abbrand und ebenfalls wie gehabt ohne jede Schärfe oder Bitterkeit bis zum allerletzten Ende. Nicht schlecht, aber die anderen haben mir persönlich besser geschmeckt. Darüber gehen die Meinungen allerdings ein wenig auseinander.

Naja. Und dann wären da auch noch die Robustos mit Bauchbinden von Punch:






Gleiche, hochwertige Verarbeitung aber Völlig andere Deckblätter und völlig anderer Geschmack als die Cohibas. Tendenziell wie die kurzen Romeo y Julietas, aber sie schmecken dann eben doch ganz anders. Mild bis zum Schluss, und trotzdem mit vollem Rauch und sehr aromatisch. Aber nicht eine Spur Bitterkeit, und das wie gehabt bei wunderbarem Kaltzug und hervorragendem Abbrand. Nur das Punch-Label passt mir dann irgendwie nicht, weil ich Punch immer mit sehr starken Tabakmischungen assoziiere. Andererseits sagt www.cubancigarwebsite.com, dass Punch z.B. im Jahr 2005 tatsächlich einen Robusto als Edicion Regional Suiza am Markt hatte. Und wer hätte es gedacht: Der sieht bis auf die fehlende Edicion Limitada Bauchbinde auch mal wieder genauso aus. Ob der auch genauso lecker geschmeckt hat, das sei jetzt mal dahingestellt. Diese Teile würde ich jedenfalls sofort wieder kaufen. :001_wub:

Bliebe jetzt nur noch die weitere Kiste Esplendidos (non Holguineros), die ich über den Durst geordert und nun rumliegen hatte. Die ist hier zu sehen:





Alle Zigarren ein kleines bischen länger als die Holguineros und mit einem signifikant milderen Geschmack. Um es genau zu sagen: Irgendwie schmecken die ziemlich genauso wie die letzte Charge Robustos mit Cohiba-Bauchbinde. Scheint also so ziemlich der gleiche Tabak drin zu sein. Der deutsche Gelegenheitsraucher scheint diesen Geschmack zu lieben, wenn ich mal die Reaktionen auf die von mir verteilten Zigarren wiedergeben darf. Mir selbst ist das Zeug (wie oben bereits erwähnt) allerdings fast schon zu mild und geschmacksneutral. Wie auch dem Bruder meiner Frau, der lieber seinen kräftigen Orientetabak raucht und gerade von diesen Esplendidos dann auch gar nichts hielt.

Leider ist - anders als bei den anderen Kisten - hier auch die Verarbeitungsqualität etwas schwankend. Denn aus genau dieser (letzten) Kiste stammte der Esplendido, der gar nicht ziehen wollte. Außerdem waren mehrere drin, die mir entschieden zu locker gerollt waren. Die entwicklen zwar selbst dann keine unangenehme Stärke, aber die Rauchdauer ist schon etwas eingeschränkt und mir für das Format dann zu kurz. Diese Dinger werde ich also trotz aller Lobhudeleien reklamieren. Und auch wenn ich extra como originales bestellt habe, und die Verarbeitungsfehler usw. bei den Originalen ja hinlänglich bekannt sind: So habe jdf. ich das mit "wie Originale" nicht gemeint.

Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass sich beim rauchen der verbliebenen Exemplare aus den Kisten doch noch die eine oder andere Entäuschung einstellt. Aber sowas passiert ja auch bei wesentlich teurerem Zeug, und dann ist es wirklich ärgerlich.

Fazit:

Wenn jemand Shopware kaufen möchte, sollte er sich die Bilder genau ansehen, von dem Zeug aus diesem Beitrag die Finger lassen und lieber etwa tiefer in die Tasche greifen. Ganz besonders wäre das Augenmerk z.B. bei den Montecristos, den Double Coronas und den Esplendidos auf die Holzeinlagen der Kisten zu richten, die nicht aus Zedernholz sind. Das ist nur bei den Siglo VI und den Esplendidos Holguineros korrekt gestaltet. Außerdem fehlt meistens der Stempel mit dem Herstellungsdatum. Und dazu fehlt natürlich auf allen Kisten quasi alles an offiziellen aktuellen Aufklebern (was aber sicher gegen Aufpreis zu bekommen wäre). Ich mache diesen Moog allerdings selbst wenn vorhanden nie drauf, weil ich mir die schönen Kisten nicht verschandeln möchte.

Bei den Zigarren selbst ist - ganz im Gegentei zu den Kisten - auffällig, wie sehr Verarbeitung und selbst Farbe und Struktur der Deckblätter den auf www.cubancigarwebsite.com fotografierten Originalexemplaren ähneln. Optisch dürfte da mithin kaum ein Unterschied feststellbar sein. Vielleicht bei den Maßen, wenn man ganz genau misst. Rauchen hilft allerdings nicht unbedingt weiter, denn irgendwie schmecken jedenfalls die hervorragend verarbeiteten Stumpen in der Regel genauso, wie sie im Netz beschrieben werden.

Tendenziell hätte ich vermutet, dass die Montecristo "A" und vielleicht auch die Siglo VI aus der Fabrik stammen. Die Zigarren natürlich, nicht die Kisten. Normalerweise stehen auch bei Romeo y Julieta die Chancen auf Fabrikware ganz gut, weil die vergleichsweise wenig nachgefragt werden. Aber zumindest die 2000er Exhibicion No. 2 dürfte es am freien Markt kaum mehr als Original geben. Tja. ... Nichts genaues weiß man nicht. ...

Übrigens: Meine ganz persönlichen Favoriten bleiben bis auf Weiteres die ersten beiden Robusto-Chargen und die RyJ Double Coronas. Und natürlich meine All-Time-Favourites: Die Esplendidos Holguineros. "

Auch hiermit viel Spaß wünschende Grüße,

Stephan
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Alt 24.02.2011, 16:18   #3
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Beitrag AW: Kubanische Straßenware ... (Links)

Hier nochmal weiterführende Links zu den anderen Postings:

a) der Reisebericht: http://www.zigarrenforum-online.de/showthread.php?t=942

b) die Casas del Habanos: http://www.zigarrenforum-online.de/showthread.php?t=905

c) Längsschnitt durch einen Robusto: http://www.zigarrenforum-online.de/showthread.php?t=953

d) Rauch von heute: http://www.zigarrenforum-online.de/s...=9504#post9504 (lange Ladezeit wg. viele Bilder!)

Diesen Beitrag sukzessive fortschreibende (editierende) Grüße,

Stephan

Geändert von yzx (08.03.2011 um 16:34 Uhr) Grund: Nachtrag eines Links
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Alt 24.02.2011, 16:35   #4
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Standard AW: Kubanische Straßenware ... (Teil 1)

Sehr interessanter Bericht! Hätte nicht gedacht, daß die alle so nah am Original sind...
Würde auf den ersten Blick kaum jemandem Auffallen wenn die so im Sortiment bei einem Tabakhändler liegen würden.

Grüße und Danke aus Bad Honnef

Fox
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Alt 24.02.2011, 16:41   #5
Pyramides
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Standard AW: Kubanische Straßenware ... (Teil 1)

Ich muss mir erst mal die Mundwinkel wischen.

:001_tt1:
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Alt 08.03.2011, 16:27   #6
yzx
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Beitrag Kubanische Straßenware (weitere Infos)

Hier mal noch einige ergänzende Anmerkungen, die ich seinerzeit zum Straßenwarenbericht gemacht hatte (gerade wiedergefunden und etwas überarbeitet):

"Geschmack":
Ich hatte im Zigarrenrauchbericht bereits geschrieben, dass die Stumpen allesamt lecker waren und ich gelegentlich Vergleichszigarren aus staatlichen Tabakläden (zweimal sogar 'ne Casa de Habano) geraucht hatte. Und ich hatte m.E. auch angemerkt, dass die Montecristo "A" aus meiner Kiste optisch nicht von den "A"s in den staatlichen Tabakläden zu unterscheiden war.

Ansonsten dürfte ja auch der oben ebenfalls verlinkte Längsschnitt durch einen Robusto (ich gehe davon aus, dass das bei keiner der anderen Zigarren schlechter aussehen würde) und auch die Tatsache, dass es bei etwa 150 verqualmten Zigarren nur einen Ausfall, nämlich den besagten Esplendido - gegeben hat, für sich sprechen. Am zweitschlechtesten würde bei den aktuellen Käufen dann schon der hier im Forum (warum auch immer) hoch gelobte Partagas D4 aus der Casa de Habanos abschneiden. Diese m.E. eher durchschnittliche Zigarre habe ich nämlich mit mindesten 4cm Rest wegen fertigungsbedingter Unrauchbarkeit entsorgt.

Vor Jahren habe ich wegen Rauchdrang und "keine Zigarre dabei" sogar mal eine Guantanamera Crystal geraucht. Allerdings war dieses erste Mal auch gleichzeitig das letzte Mal. Ein wirklich mies schmeckendes Teil. Den schönen Glastubo verwendet meine Frau aber bis heute für Haarnadeln.

"Gauner", "ehrliche Arbeit" und "Selbständigkeit":
Der höchste Monatslohn in Küba liegt bei etwa 40 konvertiblen Pesos (CUC). Was dann genau 960 normale Pesos oder rund 32 Euro wären. Dafür kann man sich zwar 55 Kilo Reis kaufen (muss also nicht verhungen, zumal es noch die Libreta mit Lebensmitteln im Gegenwert von etwa 14 CUC gibt), aber andererseits würde dieses Spitzeneinkommen gerade mal für 40 Bier reichen. Nun wird der Tabakroller in gar keinem Fall 40 CUC im Monat verdienen, sondern vielleicht 20 oder 30. Dazu darf er in der Fabrik soviel rauchen wie er will und jeden Tag zwei Zigarren mit nach Hause nehmen (ob er da wohl die besten oder die schlechtesten aus seiner Tagesproduktion mitnimmt?). Da Zigarrenfabriken in Kuba bei Regen und z.B. kaltem Wetter geschlossen werden, sind das bei dann vielleicht 15 Arbeitstagen nochmal 30 Stumpen. Die kann er dann vielleicht für 50 Cent das Stück auf den Markt werfen. Macht nochmal 15 CUC im Monat. Nun ist auch schonmal die Seife bezahlt. Aber immer noch kein Fleisch zum Reis auf dem Tisch.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich quasi von selbst, warum in Kuba Ärzte und Ingenieure Taxi fahren oder als Musiker auftreten. Und warum begnadete Zigarrendreher nebenher oder auch mal ganz im Hauptberuf Straßenware rollen. Das bringt einfach viel viel mehr Geld als die Arbeit in Betrieb oder Krankenhaus.

Und das Lohnspektrum erklärt auch, warum es die Kubaner genauso halten wie seinerzeit in der DDR: Sie holen stets und ständig das letzte aus ihren Betrieben raus. Sprich: Alles was nicht niet- und nagelfest ist, das wird geklaut und auf dem Schwarzmarkt verhökert. Damit dürfte dann auch die Frage beantwortet sein, woher schöne Deckblätter und hervorragende Tabake kommen. B-Ware für die Fabrik. A-Ware für die Straße. Der Tabakbauer muss schließlich auch irgendwovon leben.

Letztendlich macht der kubanische Zigarrendreher bei der Fertigung von Straßenware also genau das, was hier gefordert wird: Er verdient sich sein Geld mit seinen handwerklichen Fähigkeiten, und zwar in der für ihn zur Zeit lukrativsten Form der Selbständigkeit. Das er sich auf Grund der (wesentlich) besseren Bezahlung dabei mehr Mühe als in der Fabrik gibt, dürfte dann auch etwaige Qualitätsunterschiede erklären.

btw: Wenn ein in Kuba tätiges ausländisches Unternehmen einen Kubaner beschäftigt, muss das Unternehmen dem Staat dafür durchaus hiesige Monatslöhne (z.B. 2000 CUC) zahlen. Der Staat behält dann davon aber bis auf 30 oder 40 CUC alles ein. Und falls der Unternehmer sich ein Bonussystem z.B. aus Naturalien einfallen lässt, um die Leute wenigstens ein bischen zu motivieren, dann wird das natürlich auch sofort unterbunden oder zumindest stark eingebremst.

Und zur Abrundung vielleicht noch folgende Anekdote: Vor einigen Jahren kam ein kluger Mensch bei Habanos S.A. mal auf die Idee, dass man in staatlichen Devisenrestaurantketten prima Zigarren verkaufen könnte und schwupps wurden überall mit Gastronomieverpackungen (1 bis 5 Stück) gefüllte Humidore installiert. Nochvielmehr Schwupps gab es praktisch zeitgleich ein riesiges Angebot an Gastronomieverpackungen auf dem Straßenmarkt. Na, wer hätte das gedacht. Und nochmal schwupp, waren die Humidore wieder weg. Ich habe heute noch ein paar Esplendidos, Siglo II und Churchills aus diesem sehr kurzen Intermezzo eingelagert.

"Markenware", "Fälschungen" und "Betrug":
Vorab: In Kuba gibt es den ganzen Patent-, Marken- und Urheberrechtsunfug, der bei uns die Märkte behindert, nicht. Da laufen im staatlichen Fernsehen US-Spielfilme, die einfach mal runtergeladen wurden und auf der Straße werden CDs und DVDs mit aktuellen Titeln verkauft, deren Quellen allesamt Downloads sind. Mir persönlich ist das sehr sympathisch.

Nach meiner Kenntnis haben sogar die restriktiven Ausfuhrbeschränkungen für rechnungsfreie Zigarren nur den Hintergrund, dass man den guten internationalen Ruf kubanischer Zigarren nicht durch schlechte Fälschungen gefährden möchte. Aber zurück zum Thema:

Irgendwie müssen nun die Kubaner, die sich in Tabakproduktion und -handel "selbständig" gemacht haben, ihr Zeug ja auch noch verkaufen. Naheliegend, dass niemand eine - um mal gerade einen Namen zu erfinden - Jose Velasco Muerte kauft, selbst wenn der Preis sagenhaft ist und die wie sauer Bier angepriesen wird. Aber Cohiba, das hat auch der letzte Bustourist schonmal gehört und weiß: Das ist bei uns teuer. Will ich (deswegen) haben!

Hinzu tritt, dass Jose Velasco Muerte vielleicht ein wirklich begnadeter Zigarrendreher ist, aber keine Ahnung hat, wo er seinen Tabak für einen vertretbaren Preis kaufen könnte. Und wo er Kisten und Bauchbinden herbekommt. Und vor allem wie und an wen man die Zigarren dann verkauft.

Die im Straßenhandel verfügbaren Zigarren tragen also fast alle Bauchbinde, weil a) der Kunde es wünscht und b) weil die Zigarre genauso oder zumindest ziemlich ähnlich schmeckt und (vielleicht) sogar aus der laufenden Produktion stammt. Nicht auszuschließen, dass der Nachbau sogar besser als das Original ist. Dabei von Betrug zu reden halte ich allerdings für abwegig. Es weiß doch jeder, dass es Originale sein können, aber das natürlich nicht gerantiert werden kann. Betrug wäre es alleine dann, wenn Dir in einer Casa de Habanos nachgemachte Zigarren als echt verkauft werden.

Übrigens: Da ich anders als die meisten Forenteilnehmer den kubanischen Staat durch eine Vielzahl anderer Zahlungen bereits mehr als reichlich unterstütze, erlaube ich mir beim Zigarrenkauf den anderen Weg, und gebe mein Geld sozusagen direkt in die Hände des Herstellers. Bei dem dann davon auch deutlich mehr ankommt.

Und noch eins: Ich selbst habe in Kuba auch noch nie das Wort Habanos gehört. Das scheint mir ein reiner Werbebegriff für die hiesigen Märkte zu sein. Der Kubaner redet von tabaco wenn er Zigarren meint, und sonst von gar nichts.

"Preise":
Eigentlich wollte ich keine Preisdiskussion. Aber mal so als Richtwert: Die Kiste Monte A liegt etwa so bei dem Preis eines Einzelstücks hierzulande. Dafür hat man halt den Nachteil, dass es kein verlässliches BD gibt, und damit die hier so beliebten Rechnereien entfallen. Und natürlich gibt es keine Rücknahmegarantie. Vorher bzw. vorm bezahlen Proberauchen sollte aber immer möglich sein.

"Bestellung":

Da wir im November ursprünglich zu Dritt in die Karibik aufbrechen wollten, habe ich nach einigermaßen erfolgreicher Reparatur des Acrylglashumidors im Juni tatsächlich bei einem meiner Stammstraßenhändler (wenn man das so nennen will) bestellt bzw. vor Ort telefonisch bestellen lassen. Da bei drei Personen und zwei Kisten Kapazität pro Person maximal sechs Kisten möglich gewesen wären, habe ich konkret nachgefragt nach Montecristo A, Siglo VI (möglichst im Tubo), Esplendidos como originales, Hoyo de Monterrey Double Coronas und dazu irgendwas anderem, was lecker ist. Bekommen habe ich dann letztendlich Montecristo A, Siglo VI ohne Tubo, Esplendidos, Churchills und Double Coronas von Romeo y Julieta und Cohiba. Tubos sind schon länger Mangelware und die gewünschten Hoyo de Monterreys waren eben auch nicht zu bekommen. So wie es bereits im anderen Bericht stand. Auf der Straße "bestellen" geht natürlich auch. Tubos waren z.B. schon im März nicht verfügbar, aber ich wollte gerne ein paar Montecristo Petit Tubos zum verschenken haben. Da habe ich dann meinen zweiten "Stammstraßenhändler" mal drauf angesetzt, und nach knapp drei Wochen und der Rückfrage, ob es denn ohne Kiste sein dürfe, hatte der tatsächlich 25 Stück aufgetrieben. Da da z.T. wirklich ganz frische Exemplare bei waren, nehme ich an, dass die in der Fabrik gesammelt wurden.

Warum diese Auswahl? Letzendlich ist in Kuba die Preisdifferenz im Straßenhandel sehr gering. Und da man nur 50 Zigarren problemlos ausführen (und letzendlich auch nur genauso viele zoll- und steuerfrei einführen) kann, bist Du da auf zwei Kisten pro Rückflug beschränkt. Da ist es irgendwie naheliegend, erstmal diejenigen Zigarren mitzunehmen, die in Europa den höchsten Preis im Handel haben. Und das sind eben Montecristo A, Esplendidos und z.B. Siglo VI. Romeo y Julieta und Hoyo de Monterrey in egal welchem Format dann schon eher weniger. Das ist mehr was für den Genuss. Ein weiterer Vorteil an der ganzen Sache für mich ist, dass nun auch reichlich Material zum Nachfüllen habe und daher bei Leerlauf durchaus z.B, mal 'ne weitere Kiste Monta A mitbrigen und die hier verhökern könnte. Was ich nur sehr ungerne machen würde, ohne vorher aus der Kiste probegeraucht zu haben.

"Schluss":
Die Bilder zeigen (hoffentlich), dass die Zigarren im Straßenhandel viel besser als ihr Ruf sein können. Dennoch ist und bleibt beim Kauf auf der Straße äußerste Vorsicht geboten, denn die allermeisten Kubaner haben gar kein Problem damit, einem Touristen aus dem Reisebus das billigste und schlechteste auf der Straße verfügbare Produkt für 'nen 100er pro Kiste anzudrehen. Für 'nen 100er könnte er natürlich auch erstklassige Ware liefern, aber dann hätte er 'nen Fünfer weniger in der Tasche und den "Kunden" sieht er ja eh nie wieder. Also nimmt er lieber den Fünfer auch noch mit. Seriöse Anbieter haben aber a) niedrigere Preise und bieten b) auch die Möglichkeit zum Proberauchen. Aber liebe Leute, bitte vor allem in Havanna niemals nicht in irgendeinen Hinterhof zum angucken und Proberauchen mitschlappen. Schon mal gar nicht alleine.

Informierend-recycelnde Grüße,

Stephan
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Alt 09.03.2011, 07:07   #7
Pyramides
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Danke für den logischen, gut zu lesenden Bericht.
Halt uns auf dem Laufenden und einen schönen Aufenthalt noch.
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