Zigarrenforum - Das Forum des guten Geschmacks
Alt 11.12.2014, 18:33   #1
maxmo75
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Standard Einrauchpaste Fluch oder Segen?

Moin Freunde,
ich würde das Thema Einrauchpaste gerne nochmals ansprechen.
Dazu muss ich leider etwas ausholen- man möge mir verzeihen bitte.

Am Anfang meiner Pfeifenraucher Laufbahn war ich auch ein absoluter Einrauchpasten Gegner.
Warum ist einfach erklärt.
Meine ersten Pfeifen waren günstige Pfeifen aus der Kruschtelkiste und die Paste in selbigen, wenn es überhaupt Paste war und nicht Farbe oder alte Autoreifen, war einfach Geschmacks technisch abscheulich.
Die ersten 3-4 Füllungen schmeckten wie der Qualm bei einem Burnout.

Ich war so stolz auf meine Erste Italienerin welche ich ohne Einrauchpaste erstanden habe....dachte ich.
Heute weiß ich das in diese Pfeifen das pure Wasserglas gegeben wird...aber dazu gleich mehr.

Ich hatte und habe heute noch 6 Ererbte Pfeifen meines Vaters, welche natürlich schon eingeraucht waren und sooo toll schmeckten.
Klar, waren ja schon mehrfach beraucht.

Also habe ich begonnen bei Neuerwerbungen die Paste heraus zu schleifen was allerdings sehr mühselig war.

Seit ich selbst Pfeifen baue und auch einige Handmads meiner lieben Freunde und Kollegen einrauchen durfte, hat sich meine Einstellung zu selbiger geändert.

Was ist eigentlich Einrauchpaste?
Einrauchpaste ist im Idealfall eine Mischung aus Kohle, Bimsmehl oder Graphit und Wasserglas.
Die Einrauchpaste wird in mehreren Schichten in die Pfeife eingebracht und sollte zwischen jeder Schicht trocknen.

Pfeifenmacher nehmen sich die Zeit, bei Serienpfeifen kann es aber durchaus passieren das aus Kostengründen nur Schwarze Farbe oder oben erwähnte Paste,mit den gruseligsten Beigaben eingebracht werden.
Zum Teil soll der Mischung Gummi Arabicum beigemischt werden um schneller eine dickere Schicht auftragen zu können.
Das würde natürlich den üblen Geschmack erklären, ich kann aber nur mutmaßen und schreiben was ich gelesen habe oder mir zugetragen wurde.

Zurück zur Paste welche ich und meine Pfeifenmacher- Freunde und Mentoren benutzen.
Selbige Einrauchpaste lässt sich beim ersten Rauchen im letzten Drittel eventuell erschmecken und dann war es das.
Bestimmt wird das hier der Eine oder Andere gerne bestätigen.

Warum Einrauchpaste?
Ist doch ganz klar...Weil wir euch quälen wollen.
Nein Scherz bei Seite, das hat mehrere Gründe:

1. Holz ist ein Naturprodukt, selbst wenn beim Glattpolieren der Brennkammer keinerlei Einschlüsse oder sonstige Fehler zu erkennen sind, haben wir leider keinen Röntgenblick und können nicht sagen was sich 0,2mm unter der scheinbar intakten Holzschicht verbirgt.

Sollte es jetzt doch beim ersten Rauchen zu einem Einbrenner kommen ist nie das Holz oder gar der Raucher schuld sondern immer der Pfeifenmacher der vergessen hat die Brennkammer zu röntgen und den verborgenen Fehler zu beheben.

2. Durch die Raue Oberfläche der Einrauchpaste, bildet sich der Cake welcher beim Benutzen der Pfeife entsteht, schneller und gleichmäßiger im Brennraum.
Zudem ist das Holz vom ersten Rauchen an geschützter und dem Genuss kann ab der ersten Füllung ungestört durch konzentriertes Einrauchen gefröhnt werden.

Aber Achtung, Einrauchpaste ist kein Freifahrtschein zum Erzeugen Pyroklastischer Ströme.

So ich hoffe ich konnte etwas Licht in die Dunkelheit der Rauchkammer bringen und wünsche euch jederzeit Einbrandloses Pfeiferauchen.
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Alt 11.12.2014, 21:01   #2
Pauline
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Standard AW: Einrauchpaste Fluch oder Segen?

Hallo Massimo,

Einrauchpaste - ja daran scheiden sich die Geister.
Ich habe gute und schlechte Erfahrungen damit gemacht.
Die schlechten waren eher geschmacklicher Art.
Als ich mit Pfeiferauchen anfing, war es gut, das in meinen ersten Pfeifen Paste drin war. Durch das heftige Ziehen wäre möglicherweise ohne Paste Schaden am Holz entstanden.
Zwischenzeitlich habe ich dazugelernt und die Paste bleibt draußen! Pfeifenmacher fragen einen vorher, ob man sie haben möchte. Eine "Automatik" wie bei Serienpfeifen gibt es bei ihnen nicht.
Bei Vauen habe ich vor Ort erfahren, dass man eine neue Pfeife auch ohne Paste haben kann. Die kann wohl extra so über den Handel bestellt werden.

LG, Elke
Pauline ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2014, 23:43   #3
rivalson
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rivalson befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard AW: Einrauchpaste Fluch oder Segen?

Hallo Massimo, hallo Elke,

zum heiklen Thema der Einrauchpaste ich möchte mal ein Video des Pfeifenmachers Todd Johnson beisteuern, dass ich vor einer Weile sah:

https://www.youtube.com/watch?featur...;v=kcDMaHT1khI


Nunja, der Sinn und Zweck sollten sich damit mal veranschaulichen lassen.

Ich persönlich habe absolut keine Probleme mit Einrauchpaste und empfinde die Darstellungen vieler Leute als übertriebene Jammerei.

Dass Serienpfeifenhersteller schwarze Farbe verwenden - eher eine nette Anekdote, oder? Beweise oder sichere Quellen auf Lager?


Grüße, Chris
rivalson ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2014, 12:09   #4
maxmo75
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Standard AW: Einrauchpaste Fluch oder Segen?

Zitat:
Zitat von rivalson Beitrag anzeigen

Dass Serienpfeifenhersteller schwarze Farbe verwenden - eher eine nette Anekdote, oder? Beweise oder sichere Quellen auf Lager?


Grüße, Chris
Wie oben schon geschrieben kann ich nur wiedergeben was ich selbst gelesen habe, zum Beispiel hier:
Klick

Tolles Video das veranschaulicht das ganze wirklich gut...Danke.

Geändert von maxmo75 (12.12.2014 um 12:17 Uhr)
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Alt 12.12.2014, 21:57   #5
Pauline
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Standard AW: Einrauchpaste Fluch oder Segen?

Hallo Chris,

wer schlechte Erfahrungen mit Einrauchpaste gemacht hat, den würde ich diese nicht als Jammerei andichten wollen. Sie kann nun mal scheußlich schmecken. Und wenn die Pfeife nicht ganz billig war, ist diese Erfahrung um so ärgerlicher. Anfänger werden im ungünstigsten Fall schnell die Pfeife wieder zur Seite legen. Nicht jeder leistet sich gleich eine Zweite zusätzlich, wenn die erste gleich wieder in der Schublade verschwindet.

LG, Elke
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Alt 12.12.2014, 22:34   #6
Don Juan Urquijo
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Don Juan Urquijo wird schon bald berühmt werden
Standard AW: Einrauchpaste Fluch oder Segen?

Einrauchpaste macht schon Sinn. Besonders Pfeifen mit konischer Bohrung oder Chimneys rauchen sich schneller heiss und sind so in der Einrauchphase, zumindest bei mir, besonders gefährdet. Pfeifen mit weiter Bohrung und niedrigerem Brennraum halte ich da für weniger problematisch.
Geschmacklich sagt mir kokelndes Bruyere auch nicht so zu, eine neutrale Einrauchpaste erspart diese Erfahrung meist.
Wenn eine Pfeife mit schlecht schmeckender Einrauchpaste versehen ist, würde ich diesen Hersteller einfach in Zukunft meiden.

Gruss
Michel
__________________
Success is going from failure to failure without a loss of enthusiasm. - Winston Churchill
Don Juan Urquijo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2014, 07:05   #7
Georg_Franz
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Georg_Franz wird schon bald berühmt werdenGeorg_Franz wird schon bald berühmt werden
Standard AW: Einrauchpaste Fluch oder Segen?

An der handgerührten Einrauchpaste inder "1/3"-Rezeptur gibt es nichts auszusetzen.
Ich habe ein Chacom mit "schwarzer Farbe" die sich dann aber auch ihren Schicksal gut ergeben hat.

Als Outdoorsmoker bin ich immer froh wenn es mir mit der Paste etwas einfacher gemacht wird.
Georg_Franz ist offline   Mit Zitat antworten
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